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27.06.2018 08:04 Alter: 24 days
Kategorie: Neuigkeiten
Von: ths

Aufruf zum Erhalt der Evangelischen Pfarrer-Bräuer-Grundschule Rauen


Vor gut zehn Jahren war die Grundschule im Ort Rauen bereits einige Zeit geschlossen. Als parallel Eltern und Lehrer das Interesse zeigten, die Schule am Ort als Evangelische Grundschule neu zu eröffnen, stellte der Evangelische Kirchenkreis Kontakte zum diakonischen Verein JuSe.V. her. Mit einer großen Kraftanstrengung wurde innerhalb kurzer Zeit die Wiedereröffnung ermöglicht. Dabei unterstützte der Ev. Kirchenkreis den Verein sowohl mit großem persönlichen Arbeitseinsatz als auch mit erheblichen finanziellen Mitteln, vor allem aber mit viel Herz. Mitarbeitende und Gemeindemitglieder waren begeistert von dem Gedanken, eine evangelische Schule zu gründen und gleichzeitig einen Schulstandort im ländlichen Raum wiederzubeleben. Dieser Einsatz hat auch in den vergangenen Jahren angehalten. Insbesondere haben kirchliche Mitarbeitende und Gemeindeglieder in der Schule besondere soziale, künstlerische, musische und religiöse Schwerpunkte gesetzt, die das Profil der Schule geprägt haben. Bis heute sind evangelische Religionslehrkräfte in jeder Klasse tätig, gestalten mit den Kindern und Erwachsenen das Kirchenjahr und begleiten die Schülerinnen und Schüler auf Klassenfahrten.

Es war wunderbar, dass sich hier die Interessen vieler Beteiligter, auch der Kommune, trafen. Wir sind dem Verein JuSe.V., dem Lehrkörper und den übrigen Mitarbeitern, den Eltern und der Kommune sehr dankbar, dass es nun über zehn Jahre gelungen ist, die Schule aufzubauen und zu entwickeln, zum Wohle aller. So wurde auch die Ausstrahlung des Ortes Rauen gestärkt.

Nun will die Mehrheit in der Rauener Gemeindevertretung den Mietvertrag mit dem Schulträger JuSe.V. und damit die Geschichte der Ev. Grundschule in Rauen nach zehn Jahren beenden.

Hintergrund sind u.a. Unstimmigkeiten über die Aufnahmen von Rauener Kindern, über die inzwischen gerichtlich entschieden wurde. JuSe.V. hat als Trägerverein der Schule das Ergebnis des Gerichtsverfahrens vollumfänglich akzeptiert.

In der Folge präsentierte die Gemeindevertretung einen neuen Mietvertrag, der für den Verein einseitige Belastungen bringt, die weder für ihn noch für einen anderen Träger vernünftig tragbar sind. Deswegen möchte der Verein vor Vertragsunterzeichnung Gespräche mit der Gemeinde führen.

Leider hat die Rauener Gemeindevertretung solche Gespräche abgelehnt und hofft auf den Abschluss eines neuen Mietvertrags und die Neueröffnung einer Schule durch die „Rahn Education Gruppe“.

Ob die „Rahn Education Gruppe“ die Genehmigung für einen Schulbetrieb in Rauen erhält, ist unseres Wissens allerdings fraglich.  Bestenfalls würde der Start einer ersten Klasse genehmigt, so dass die übrigen ca. 150 Schülerinnen und Schüler zu gegebener Zeit umgeschult werden müssten.

Als persönlich in den vergangenen Jahren, teils seit der Gründung mit der Schule verbundene Menschen und evangelische Pfarrerin und Pfarrer trifft uns diese Entwicklung hart. Wir bedauern den Gesprächsabbruch und bitten die Gemeindevertretung in Rauen und alle politischen Verantwortlichen dringend, die Gespräche mit JuSe.V. wieder aufzunehmen.

So kann einfach und schnell für die aktuellen Schülerinnen und Schüler und ihre Familien  Sicherheit hergestellt werden. Diese Sicherheit und die Vermeidung der Beschädigung individueller Lebensläufe sollten im Mittelpunkt der Überlegungen stehen.

Gleichzeitig werben wir für die Weiterführung der Schule als Evangelische Grundschule. Dabei ist seit dem Beginn der Schule für uns deutlich, dass es sich nicht darum handelt, einen bestimmten Glauben zu diktieren. Vielmehr ist die Evangelische Grundschule ein offener, toleranter und dialogbereiter Beitrag zum Bildungsangebot in unserer Region. Sie erschließt für die Schülerinnen und Schüler und ihre Familien historische, kulturelle und religiöse Traditionen und bringt aktuelle Fragestellungen und Werte in die Schulbildung ein, die für alle eine gute Grundlage gelingenden Lebens sein können.

Wir bitten alle, dazu beizutragen, dass dieses Angebot erhalten bleibt!

 

Pfarrer Jörg Hemmerling (Pfarrer in Fürstenwalde und Mitgründer der Schule)

Pfarrer Carl-Christian Brockhaus (Pfarrer in Fürstenwalde Süd und Rauen)

Pfarrerin Judith Kierschke (Pfarrerin in Storkow und Kuratoriumsvorsitzende in der Evangelischen Schule Rauen)

Superintendent Frank Schürer-Behrmann, Ev. Kirchenkreis Oderland – Spree

 

Weitere Auskünfte erteilt:

Sup. Frank Schürer-Behrmann, Frankfurt (Oder), 0335-55 63 131 / 01522-153 70 11, superintendentur@ekkos.de