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21.06.2018 14:54 Alter: 94 days
Kategorie: Neuigkeiten
Von: ths

"Martin Luther und das Judentum - Rückblick und Aufbruch“

Ausstellung in der St. Gertraud-Kirche, 30. Mai bis 27. Juli 2018


das Verhältnis Martin Luthers zum Judentum steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die am Mittwoch, dem 30. Mai, um 15 Uhr in der St.-Gertraud-Kirche, Gertraudenplatz 6, in Frankfurt (Oder) eröffnet wird.  Der Festvortrag wird von Herrn Helmut Ruppel aus Berlin gehalten, der ein ausgewiesener Spezialist zu diesem Thema ist, Herr Hardt wird die Orgelmusik beisteuern.

In Verbindung mit der St.-Gertraud-Kirche werden begleitende Führungen und thematisch profilierte Begleitseminare für Schulklassen und weitere Interessierte angeboten und damit eingeladen, diese jüdisch-christliche Ausstellung als einen „Aufbruch“ zu einem neuen Miteinander kennenzulernen.
Die von der Evangelischen Kirche in Deutschland geförderte Ausstellung wurde von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des jüdischen Touro-Colleges Berlin und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gefördert. Sie informiert nicht nur über das Erbe der Reformation, sondern umfasst auf 17 Schautafeln viele Aspekte der Christentumsgeschichte von Beginn an bis zur Gegenwart.
Martin Luther hat ein schwieriges Erbe hinterlassen. In der Anfangszeit der Reformation hat er dafür plädiert, die Juden menschenwürdig zu behandeln. Später hat er sie unerträglich geschmäht und die Anwendung von Gewalt gegen sie gefordert, obwohl Jesus von Nazareth, wie Luther selbst schrieb, ein „geborner Jude“ war. Doch Luthers Schrifttum lässt keinen Raum für jüdisches Leben und Glauben. Alles Licht fällt auf die Seite des Evangeliums, alles Dunkel auf die jüdische Seite, symbolisiert vom Gesetz ohne Gnade.
Erst nach dem Holocaust haben die evangelischen Kirchen begonnen, sich dem lastenden Erbe von Luthers Judenfeindschaft zu stellen. Angesichts neuer betont nationalistischer und judenfeindlichen Stimmen in den europäischen Ländern gewinnt die Ausstellung unerwartete Aktualität.

Für Anfragen und mit freundlichen Grüßen
Beatrix Forck Pfarrerin